| Kastendoppelfenster |
 |
 |
Die beiden separaten, starren Rahmen des Doppelfensters sind hier konstruktiv zusammengefasst.
Es gibt zwei prinzipielle Konstruktionstypen:
Kastenfenster i.e.S. (Österr. Salzburger Fenster): Je ein Flügel auf der Innenseite nach innen öffnend und der Außenseite, nach außen öffnend: Es ergibt sich ein geschlossener „Kasten“ aus beiden Glasflächen und dem Rahmen
Hamburger Fenster/Grazer Fenster: Beide Flügel schlagen nach außen auf
Berliner Fenster/Wiener Fenster: Beide Flügel schlagen nach innen auf
Bei den beiden letzteren Konstruktionen muss das eine Fenster größer als das andere sein, sodass dieser komplett durch die lichte Weite des größeren passt. Vorteil des Berliner/Wiener Fensters ist, dass das geöffnete Fenster nie im Wetter steht, und das die einzelnen Fenster weniger als ihre lichte Breite voneinander entfernt sein können – während bei nach außen schlagenden Fensterflügeln diese jeweils an der Außenwand neben die des Nachbarfensters schlagen müssen, weil man sonst beim Schließen eine Reihenfolge einhalten muss. Vorteil des Hamburger/Grazer Fensters ist, dass die innere Laibung frei bleibt, und die Fensternische dadurch gut benutzbar ist.
Sind die beiden Flügel zu einem vereint, ergibt sich das Verbundfenster, das den Übergang zum modernen Einfachfenster darstellt.
Dieser Fenstertyp ist seit dem späteren 18. Jahrhundert vorherrschend, und ist daher heute in Altbauten häufig anzutreffen und weist ausreichend gute Werte beim Wärmeschutz auf, da die Luftschicht zwischen den Fensterebenen einen Wärmeübergang (Wärmetransmission) von Innen nach Außen verringert (gute Fensterdichtung vorausgesetzt).
Es gibt zwei Unterformen des Kastenfensters, die neben Zweiflügeligkeit auch noch eine Oberlichte erlauben:
das Leistenkastenfenster (Leistenpfostenfenster), bei dem Kämpfer und allfällige Zwischenpfosten (wenn die lichte Weite nicht frei ist) nur aus schwachem Losholz sind
das Rahmenkastenfenster (Rahmenpfostenfenster), bei dem der Kämpfer massiv ausgeführt ist |
|
|
|
|